Junge Menschen im Hospiz

spa hospiz 2017

Sterben und Tod -  darüber wird meist nur von älteren und kranken Menschen gesprochen. Diesmal war es Thema für junge Sozialassistenten, die ihre Erstausbildung am BerufsschulCampus in Schwalmstadt-Ziegenhain absolvieren und sich für den Schwerpunkt Pflege entschieden haben.

Drei Tage in der Woche verbringen die Schülerinnen und Schüler in Kliniken, Altenheimen oder Wohngruppen für Menschen mit Handicap. Sie pflegen und betreuen Patienten und Bewohner, bauen eine Beziehung zu ihnen auf. Freude entsteht, wenn sich der Gesundheitszustand verbessert, sie erleben aber auch, wenn Komplikationen auftreten oder sich der Zustand lieb gewonnener Menschen verschlechtert. Die angehenden Sozialassistentinnen und Sozialassistenten äußerten deshalb den Wunsch, sich mit dem Thema „Tod und Sterben“ auseinanderzusetzten. Dieser führte sie ins Hospiz nach Gilserberg, wo sie in beeindruckender Weise erfahren konnten, wie es den Mitarbeitern gelingt, die letzte Lebensphase eines Menschen würdevoll und schmerzfrei zu gestalten. Frau Schmidt, Mitarbeiterin des Hospizes, gab einen informativen Einblick in die Arbeit und vermittelte authentisch, dass sie gerne Zeit an dem Ort verbringt, der eine echte Bereicherung für den Schwalm-Eder-Kreis ist.

Sozialassistenten vor dem Hospiz Gilserberg im Garten der Erinnerung

„Es war schon komisch, in einem Haus zu sein, wo Menschen sterben“, resümieren die Schülerinnen und Schüler am Ende des Tages, merken gleichzeitig aber auch an, dass „viel positive Energie spürbar“ war. Überraschend war auch, wie individuell auf die Wünsche der Gäste eingegangen wurde und dass die Angehörigen miteinbezogen werden. Eine der Schülerinnen fand den Garten des Hospizes besonders schön, „denn dort bleibt von jedem Menschen ein Stein als Erinnerung zurück“. Der Hospizbesuch wurde im Unterricht von Gero Schlemmer intensiv reflektiert. Nach seiner Einschätzung gibt es keine Patentlösungen im Umgang mit dem Tod, aber er hält es immer für hilfreich, über seine Gefühle zu sprechen, gerade wenn sie zunächst als belastend empfunden werden – und dies war im Unterricht möglich, in dem auch mal Tränen fließen dürfen. „Im Hospiz konnten wir lernen, dass der Tod zum Leben gehört, jeder Tag kostbar ist und auch der letzte Lebensabschnitt gut gestaltet und begleitet werden kann“, lautet das einhellige Fazit der Sozialassistentinnen und Sozialassistenten. Bei den Schülern bleibt „Respekt, vor den Leuten, die im Hospiz arbeiten.“

Für Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, die einen pflegerischen oder medizinischen Beruf anstreben, bietet die Ausbildung zum Sozialassistenten eine gute Grundlage, die Orientierung und vielfältige Erfahrungen im sozialen Bereich ermöglicht. Fragen zur Ausbildung beantworten Frau Staufenbiel und Herr Schlemmer vom BerufsschulCampus Schwalmstadt, 06691-6051.

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