Junge Menschen im Hospiz

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Sterben und Tod -  darüber wird meist nur von älteren und kranken Menschen gesprochen. Diesmal war es Thema für junge Sozialassistenten, die ihre Erstausbildung am BerufsschulCampus in Schwalmstadt-Ziegenhain absolvieren und sich für den Schwerpunkt Pflege entschieden haben.

Drei Tage in der Woche verbringen die Schülerinnen und Schüler in Kliniken, Altenheimen oder Wohngruppen für Menschen mit Handicap. Sie pflegen und betreuen Patienten und Bewohner, bauen eine Beziehung zu ihnen auf. Freude entsteht, wenn sich der Gesundheitszustand verbessert, sie erleben aber auch, wenn Komplikationen auftreten oder sich der Zustand lieb gewonnener Menschen verschlechtert. Die angehenden Sozialassistentinnen und Sozialassistenten äußerten deshalb den Wunsch, sich mit dem Thema „Tod und Sterben“ auseinanderzusetzten. Dieser führte sie ins Hospiz nach Gilserberg, wo sie in beeindruckender Weise erfahren konnten, wie es den Mitarbeitern gelingt, die letzte Lebensphase eines Menschen würdevoll und schmerzfrei zu gestalten. Frau Schmidt, Mitarbeiterin des Hospizes, gab einen informativen Einblick in die Arbeit und vermittelte authentisch, dass sie gerne Zeit an dem Ort verbringt, der eine echte Bereicherung für den Schwalm-Eder-Kreis ist.

Sozialassistenten vor dem Hospiz Gilserberg im Garten der Erinnerung

„Es war schon komisch, in einem Haus zu sein, wo Menschen sterben“, resümieren die Schülerinnen und Schüler am Ende des Tages, merken gleichzeitig aber auch an, dass „viel positive Energie spürbar“ war. Überraschend war auch, wie individuell auf die Wünsche der Gäste eingegangen wurde und dass die Angehörigen miteinbezogen werden. Eine der Schülerinnen fand den Garten des Hospizes besonders schön, „denn dort bleibt von jedem Menschen ein Stein als Erinnerung zurück“. Der Hospizbesuch wurde im Unterricht von Gero Schlemmer intensiv reflektiert. Nach seiner Einschätzung gibt es keine Patentlösungen im Umgang mit dem Tod, aber er hält es immer für hilfreich, über seine Gefühle zu sprechen, gerade wenn sie zunächst als belastend empfunden werden – und dies war im Unterricht möglich, in dem auch mal Tränen fließen dürfen. „Im Hospiz konnten wir lernen, dass der Tod zum Leben gehört, jeder Tag kostbar ist und auch der letzte Lebensabschnitt gut gestaltet und begleitet werden kann“, lautet das einhellige Fazit der Sozialassistentinnen und Sozialassistenten. Bei den Schülern bleibt „Respekt, vor den Leuten, die im Hospiz arbeiten.“

Für Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss, die einen pflegerischen oder medizinischen Beruf anstreben, bietet die Ausbildung zum Sozialassistenten eine gute Grundlage, die Orientierung und vielfältige Erfahrungen im sozialen Bereich ermöglicht. Fragen zur Ausbildung beantworten Frau Staufenbiel und Herr Schlemmer vom BerufsschulCampus Schwalmstadt, 06691-6051.

http://joomla.berufsschule-schwalmstadt.de/index.php/sozialpaedagogik/sozialassistenz

https://ep.etmedien.de/bkbackoffice/getcatalog.do?catalogId=146069#page_12

Ziegenhainer Fachschule besucht die gerichtsmedizinische Ambulanz in Gießen

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Am vergangenen Freitag besuchten 48 Berufspraktikanten der Fachschule für Sozialwesen aus Ziegenhain das Forensische Konsil Gießen (FoKoGi), um sich über die Arbeit der rechtsmedizinischen Ambulanz zu informieren. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot für Personen, die von Gewalt betroffen sind. Verletzungen werden dort ärztlich versorgt und dokumentiert, ohne dass ein direkter Kontakt zur Polizei aufgebaut wird. Diese Dokumentation gewaltbedingter Verletzungen kann im Fall einer späteren Anzeige vor Gericht verwendet werden.

Mit Hilfe zahlreicher Fallbeispiele zeigte Frau Ohrwärther, Assistenzärztin des Instituts für Rechtsmedizin, den Unterschied zwischen einmaligen Verletzungen infolge von Unfällen und absichtlich herbeigeführten, wiederholten Misshandlungen an Kindern auf. Die angehenden Fachkräfte aus Ziegenhain erhielten Einsicht, wie Verletzungen durch Verbrennungen, Verbrühungen, sexuelle Gewalt oder durch Einwirkung von Gegenständen sichtbar werden, aber auch Informationen darüber, welche Auswirkungen das Schütteln von Säuglingen bzw. Kindern hat und durch welche körperlichen Reaktionen und Signale dies erkannt werden kann. Unterschieden wurden sturztypische, spieltypische sowie lagerungstypische Verletzungen. Auch die Vernachlässigung von Kindern wurde thematisiert. Frau Ohrwärther zeigte ebenfalls auf, wie Erzieherinnen und Erzieher bei Verdachtsfällen von Mißbrauch reagieren und vorgehen sollten.

Das Angebot der rechtsmedizinischen Ambulanz in Gießen gibt es seit 2014. Untersucht wurden seitdem 240 Gewaltopfer, hauptsächlich betroffen waren dabei Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren - Zahlen und Fallbeispiele, die bei den angehenden Fachkräften für große Bestürzung sorgten und unter die Haut gingen.

Tandem 2017: Tschechische Bäcker-Azubis besuchen Schwalmstadt

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Erneut nahm der BerufsschulCampus - Schwalmstadt an dem europäisch- binationalen Austauschprogramm TANDEM vom 16.09. bis 06.10.2017 teil.

Drei Wochen Auslandserfahrung sind wie im Flug vergangen. Die vier tschechischen Austauschschüler der Prager Patenschaftsschule SOU gastronomie a podnikání haben während ihres Aufenthaltes in Schwalmstadt die Arbeitswelt und Ausbildung zum Bäcker im Dualen System kennengelernt. Der praktische Teil in den Bäckereien Brandt (Loshausen), Stübing (Ziergenhain), Möller (Treysa) und Riebeling (Wasenberg) hat ihnen dabei sehr gut gefallen, da die Ausbildung in Tschechien größtenteils in der Schule stattfindet. Die an dem Programm teilnehmenden Bäckereien vermittelten den Praktikanten mit großem Engagement die handwerklichen Besonderheiten des hiesigen Bäckerhandwerks.

Nach einem dreitägigen Sprachintensivkurs in Deutsch begann der betriebliche und schulische Alltag für die drei jungen Männer und eine junge Frau. Dabei standen die betrieblichen Arbeiten zur Herstellung von Backwaren als auch die theoretischen und praktischen Inhalte der Berufsschule auf dem Programm. Zum Teil aufkommende sprachliche Schwierigkeiten wurden kurzerhand durch Zeichen- bzw. Körpersprache oder durch die begleitenden tschechischen Lehrkräfte, die hervorragend Deutsch sprachen, überwunden.

Das von Mathias Geb, Rainer Liese und Uwe Dippel ausgestaltete Begleitprogramm reichte vom Besuch Frankfurts und seines Flughafens über das Kennenlernen des Bergparks in Kassel bis zur Besichtigung der Altstadt von Marburg.

Zum Abschluss des Praktikums wurden die Schülerinnen und Schüler von den Betrieben und der Schulleitung des BerufsschulCampus Schwalmstadt verabschiedet. Über den im nächsten Frühjahr anstehenden Besuch der Fleischer aus Prag wurden voller Vorfreude bereits Pläne geschmiedet. Mit Grüßen an die Patenschule ging es dann am Samstagmorgen nach der Verabschiedung durch den Patenschaftskoordinator Herrn Geb zurück nach Hause.

Eine Fortsetzung des Tandem-Projektes im nächsten Schuljahr ist in Planung.

Schüler des Berufsschulcampus Schwalmstadt setzen ein Zeichen für Vielfalt

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Eine Projektgruppe zu „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ der Schülervertretung gestaltete Workshops unter dem Titel „Schwarz-Weiß-Bilder gegen Schwarz-Weiß-Denken“

Am 02.10.17 hatten über 300 Schülerinnen und Schüler des Berufsschulcampus Schwalmstadt die Möglichkeit sich mit den Themen Rassismus und Vorurteile aktiv auseinanderzusetzen. Eine engagierte Schülergruppe unter Begleitung der Schulsozialpädagogin Nadine Sopart und dem Verbindungslehrer Simon Schick hatte für die Klassen verschiedene Übungen vorbereitet.

So konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei „Fotografie Valentina“ mit Statements zu den Fragen: „Was bedeutet Rassismus für dich? Wie stehst du zu Rassismus? Warum möchtest du keinen Rassismus?“, fotografieren lassen. Aus den dabei entstandenen Bildern will die Projektgruppe für das zweite Schulhalbjahr eine Fotoausstellung entwickeln. Eine weitere Sensibilisierung für die Thematik erfolgte durch die Übung „refugee-chair“, bei der die Verteilung der kontinentalen Bevölkerung und des Reichtums sowie der weltweiten Fluchtbewegungen veranschaulicht und durch die Schülerinnen und Schüler nachempfunden werden konnte. Zudem hatten alle Interessierten die Möglichkeit ihre Kreativität in der Gestaltung von themenbezogenen Aufklebern auszuleben, um Akzeptanz gegenüber Vielfältigkeit zu erhöhen und ein aktives Zeichen gegen Alltagsrassismus zu setzen. Abgerundet wurde der Vormittag durch kulturübergreifende kulinarische Köstlichkeiten, die einzelne Klassen in ihrem Unterricht vorbereitet hatten, wie Pogaca aus der Balkanregion oder Blätterteigschnecken nach Rezepten aus unterschiedlichen Ländern.

Durch eine Antragsstellung und der Vorstellung des Projektes beim Jugendforum „gud so“ des Schwalm-Eder-Kreises wird das Projekt durch des Bundesprogramm „Demokratie leben!“ mit 500 € gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Kreissparkasse Schwalm-Eder das Projekt mit weiteren 250 €.

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