Projekt "Lümmelbank" erfolgreich abgeschlossen

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Wir, das EIBE-Projekt "Bau", haben gemeinsam eine Bank für den Pausenraum entworfen und hergestellt. Die Idee dazu kam von den Schülerinnen und Schülern. Am Anfang haben wir uns mit verschiedenen Modellen und Ausführungen von Sitzgelegenheiten befasst. Wir sind dazu durch Ziegenhain gelaufen und haben uns verschiedene Modelle angesehen und natürlich probegesessen. Die ergonomischen Erkenntnisse, die wir dabei gewonnen haben, sind in unsere Planung eingeflossen. Wir haben Entwürfe skizziert und anschließend ein im Maßstab verkleinertes Modell gebaut. Als nächstes haben wir ein Funktionsmodell in Originalgröße gebaut, um die genaue Sitzposition auszuprobieren und zu optimieren. Erst als wir diese ganzen Vorarbeiten gemacht hatten, ging es an den Bau der 1. Bank. Hierbei haben wir die gewonnene Grundform aus dem Funktionsmodell auf die Teile übertragen. Die große Menge von Leisten für die Sitzfläche verlangte den Schülern schon einiges an Durchhaltevermögen ab, denn es gab viel zu schleifen. Zum Ende hin stieg die Laune und die Motivation dann wieder merklich an, als die Bank fast fertig war.

Christian Bock

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Im Gespräch mit Zeitzeugen

Marlene und Horst Gömpel aus Treysa veröffentlichen Buch über Schicksal der Sudetendeutschen

Schwalmstadt (ukö). Der Stoff im Schulunterricht geht meist nur bis zum Zweiten Weltkrieg, daher wissen die Jugendlichen von heute recht wenig über die Nachkriegszeit. Besonders mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“ können viele nichts anfangen, obwohl es damals etwa 14 Millionen Menschen betraf.

Eine von ihnen ist die Treysaerin Marlene Gömpel, die als kleines Kind ihren Heimatort Reischdorf im Sudetenland verlassen musste. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Horst hat sie ein Buch herausgebracht, das sich mit dem Schicksal der Menschen, der Geschichte von Tschechen und Deutschen sowie der gemeinsamen Zukunft in einem vereinten Europa auseinandersetzt. „..angekommen! – Vertrieben aus dem Sudetenland, angekommen in Nordhessen, vereint in der europäischen Union“, so der Titel des 500 Seiten starken Werks, das im Preußler-Verlag erschienen ist.

Mit persönlichen Eindrücken von über 100 Zeitzeugen, darunter Vertriebene, Einheimische und Gebliebene, zeichnen sie ein lebhaftes Bild der teils dramatischen Ereignisse der damaligen Zeit. „Dann forderte der Gemeindetrommler die deutschen Bewohner auf, innerhalb von zwei Stunden Haus und Hof zu verlassen und sich mit 60 Kilo Gepäck auf dem Dorfplatz zu versammeln“, erinnert sich beispielsweise Johann Windhab aus Ziegenhain an die Ereignisse des 8. August 1945 in seinem Dorf Taßwitz – so erging es vielen nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches und der Neuordnung Europas durch die Alliierten.

Neuanfang in Trutzhain

„Wie schaffte man es, all diesen Entwurzelten im kriegszerstörten Restdeutschland das Überleben zu ermöglichen und ihnen einen neue Heimat zu geben?“, lautet die anschließende Frage der beiden Autoren.

Am Beispiel Trutzhains wird der Neuanfang besonders gut deutlich, weil hier aus einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager eine Siedlung für Menschen aus den deutschen Ostgebieten entstand und wenige Jahre später der heutige Stadtteil Schwalmstadts aus der Taufe gehoben wurde. Die Wanderausstellung „Tragische Erinnerungsorte“, in der sich die Prager Initiative „Antikomplex“ mit dem dunklen Kapitel der tschechisch-deutschen Geschichte auseinandersetzt, brachte am Abschlusstag in der Ziegenhainer Berufsschule Jugendliche aus beiden Ländern zusammen. In der Aula diskutierten sie gemeinsam mit Zeitzeugen über die tragische Vergangenheit und setzten für die Zukunft auf ein geeintes und friedliches Europa.

In den kommenden Wochen werden Marlene und Horst Gömpel Lesungen veranstalten, zuerst am 8. April, im Dienstagsbistro Hephata in Treysa und am 13. April um 15 Uhr im Gasthaus Knapp in  Wiera. (Quelle: MAZ - 02.04.14)

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Alle wollen Felix retten

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Ziegenhain. Der 20-jährige Felix Martey aus Kiel braucht dringend Hilfe. Er ist an Blutkrebs erkrankt und schnellstmöglichst auf eine Stammzellenspende angewiesen.

Davon haben auch die Beruflichen Schulen Schwalmstadt erfahren und eine Typisierungsaktion gestartet. 318 Schüler haben gestern und vorgestern daran teilgenommen – was die Erwartungen von DKMS-Mitarbeiter Martin Quarg übertraf (DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei).

Auch wenn speziell für Felix kein passender Spender dabei sein sollte, so habe die Aktion dennoch viel gebracht. Alle Daten werden in die weltweite Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei aufgenommen, sodass sie einem anderen Menschen das Leben retten können. „Eine Spende ist im Alter von 18 bis 55 Jahren möglich, eine Registrierung bereits ab 17 Jahren“, so Quarg, der selber schon Stammzellen gespendet und so ein Leben gerettet hat.

Die Schüler wurden zunächst von Quarg über die Stammzellenspende aufgeklärt, dann kamen sie klassenweise im Typisierungsraum vorbei und nahmen mit einem Wattestäbchen eine Probe ihrer Wangenschleimhaut.

Organisiert wurde die Aktion von Verbindungslehrer Simon Schick, der zusammen mit Schülern der Schülervertretung die Aktion ins Leben gerufen und geplant hat. Zwei Helferklassen erklärten sich bereit, die beiden Tage organisatorisch zu unterstützen. „Das Interesse der Schüler war von Anfang an geweckt“, sagt Schick. Und so seien viele auf einmal über das wichtige Thema unterrichtet worden.

Zum Beispiel Jana Rußwurm hat gern an der Typisierung teilgenommen. „Wenn ich jemandem mit meiner Spende helfen kann, mache ich gern bei der Aktion mit“, so die 21-Jährige.

Die Suche nach einem passenden Spender für Felix wird besonders schwer, da seine Mutter aus Deutschland, sein Vater aus Ghana stammt, wodurch er sehr spezielle Gewebemerkmale besitzt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen nahezu identische Merkmale haben, liegt im günstigsten Fall bei 1:20000“ so Martin Quarg.

Von Maria Effenberger und Nina Nickoll (Quelle: HNA)

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