Schüler des Berufsschulcampus Schwalmstadt setzen ein Zeichen für Vielfalt

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Eine Projektgruppe zu „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ der Schülervertretung gestaltete Workshops unter dem Titel „Schwarz-Weiß-Bilder gegen Schwarz-Weiß-Denken“

Am 02.10.17 hatten über 300 Schülerinnen und Schüler des Berufsschulcampus Schwalmstadt die Möglichkeit sich mit den Themen Rassismus und Vorurteile aktiv auseinanderzusetzen. Eine engagierte Schülergruppe unter Begleitung der Schulsozialpädagogin Nadine Sopart und dem Verbindungslehrer Simon Schick hatte für die Klassen verschiedene Übungen vorbereitet.

So konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei „Fotografie Valentina“ mit Statements zu den Fragen: „Was bedeutet Rassismus für dich? Wie stehst du zu Rassismus? Warum möchtest du keinen Rassismus?“, fotografieren lassen. Aus den dabei entstandenen Bildern will die Projektgruppe für das zweite Schulhalbjahr eine Fotoausstellung entwickeln. Eine weitere Sensibilisierung für die Thematik erfolgte durch die Übung „refugee-chair“, bei der die Verteilung der kontinentalen Bevölkerung und des Reichtums sowie der weltweiten Fluchtbewegungen veranschaulicht und durch die Schülerinnen und Schüler nachempfunden werden konnte. Zudem hatten alle Interessierten die Möglichkeit ihre Kreativität in der Gestaltung von themenbezogenen Aufklebern auszuleben, um Akzeptanz gegenüber Vielfältigkeit zu erhöhen und ein aktives Zeichen gegen Alltagsrassismus zu setzen. Abgerundet wurde der Vormittag durch kulturübergreifende kulinarische Köstlichkeiten, die einzelne Klassen in ihrem Unterricht vorbereitet hatten, wie Pogaca aus der Balkanregion oder Blätterteigschnecken nach Rezepten aus unterschiedlichen Ländern.

Durch eine Antragsstellung und der Vorstellung des Projektes beim Jugendforum „gud so“ des Schwalm-Eder-Kreises wird das Projekt durch des Bundesprogramm „Demokratie leben!“ mit 500 € gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Kreissparkasse Schwalm-Eder das Projekt mit weiteren 250 €.

Streitschlichter-Ausbildung des BerufsschulCampus Schwalmstadt im Jugendzentrum Treysa

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Von links nach rechts: Michael Schott, Sarah Schraudner, Christin Jansky, Jessica Knaak, Valentina Grillo-O., Anton Pucher, Patrick Kraft, Samanta Kirchner, Marina Skripnik. Untere Reihe: Nadine Sopart, Barbara Rogge, Cecile Keller. Auf dem Foto fehlend: Lea Becker, Aleyna Gören, Angelina Köhler, Lea Müller

Am 27. und 28.9.2017  haben sich 13 SchülerInnen zur Intensivphase der insgesamt 32 Unterrichtsstunden umfassenden Streitschlichterausbildung im Jugendzentrum Treysa zusammen gefunden.

Die Stadtjugendpflege stellte die Räumlichkeiten des JuZ Treysa bereit, damit die aus verschiedenen Klassen des BerufsschulCampus Schwalmstadt bestehende Ausbildungsgruppe außerhalb der Schule erste Erfahrungen mit dem aus 5 Phasen bestehenden Mediationsverfahren sammeln konnte. Geleitet wurde die Gruppe von Nadine Sopart (Schulsozialarbeiterin) und Barbara Rogge (Lehrerin am BerufsschulCampus).

Spaß und Freude beim gemeinsamen Ausprobieren in Rollenspielen und gruppendynamischen sowie bewegungsorientierten Spielen stellten eine praxisorientierte Ergänzung zum Unterricht dar. Einen hohen Stellenwert hatten dabei die Selbsterfahrungsübungen zum eigenen Konfliktverhalten. Auch intensive und persönliche Gespräche in den Pausen bei selbst gebackenem Kuchen stärkten das Gemeinschaftsgefühl, wie die TeilnehmerInnen im Abschlusskreis betonten.

Die Kooperation mit der Stadtjugendpflege (Michael Schott) besteht schon seit dem vergangenen Schuljahr und soll fortgesetzt werden.

Carsten Stahl präsentiert sein Anti-Mobbing-Programm in Ziegenhain

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Carsten Stahl spricht mit den Schülern des BerufsschulCampus Schwalmstadt über Mobbing und seine bewegende Vergangenheit. Seine Erfahrungen gibt er an junge Erwachsene weiter, klärt sie über Kriminalität, Gewalt und Drogen auf und rührt damit zu Tränen.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Ziegenhain. Einfühlsam, emotional, nahbar – das mögen zuerst keine Merkmale sein, die man diesem muskelbepackten, tätowierten Mann zuschreiben würde, der da durch die Tür kommt. Doch der äußere Eindruck täuscht. Nach einer turbulenten Vergangenheit mit Kriminalität, Drogen, Knast und eigener Fernsehserie hat Carsten Stahl nun seit knapp drei Jahren einen neuen Lebensinhalt, der ihm sehr am Herzen liegt.

Seine 2014 gegründete Initiative „Camp Stahl“ kämpft für Respekt, Mut, Toleranz und gegen Gewalt, Mobbing und Drogen. Und vor allem um Mobbing geht es am Montagmorgen im Raum 110 des BerufsschulCampus Ziegenhain.

Knapp 50 Schüler zwischen 15 und 18 Jahren strömen in den Raum – euphorisch, weil heute Mathe und Physik ausfallen. Sie lachen, scherzen und necken sich gegenseitig, alle reden durcheinander. Doch nur wenige Minuten später wird auch die größte Klappe ganz still, als Carsten Stahl sich vor die Gruppe stellt. Viele kennen ihn aus der Fernsehserie „Privatdetektive im Einsatz“. Rufe nach Autogrammen und Selfies ertönen.

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Doch bevor Stahl darauf eingeht, bringt er den Schülern sein Programm näher. Und das ist ein sehr ungewöhnliches. Anstatt eines schnöden Vortrages mit Fakten und Statistiken steht er einfach vor den Schülern und erzählt aus seinem Leben – ungeschönt, mit allen brutalen und traurigen Facetten. Das Konzept kommt an. Mit seinen kritischen und ehrlichen Worten fesselt er die Jugendlichen: „Ich verspreche euch eines – und das beim Leben meiner Kinder: Ich werde heute zu euch absolut ehrlich sein. So ehrlich, wie wahrscheinlich noch kein Erwachsener zu euch war.“

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Er wird sein Versprechen nicht brechen. Seine Ehrlichkeit ergreift manchen jungen Erwachsenen so sehr, dass sogar Tränen fließen. „Ich bin anders und meine Andersheit hat mich da hingebracht, wo ich jetzt bin“, erklärt Stahl sein Erfolgsrezept. Der Ex-TV-Promi ist im Brennpunkt Berlin-Neukölln groß geworden. „Die Straße hat meinen Charakter gebildet und meine Seele gebrochen“, gibt er zu.

Deshalb weiß er auch, wovon er spricht und will andere davon abhalten, denselben kriminellen Weg mit ähnlichen Erfahrungen, Qualen und Leiden einzuschlagen. Nach Jahren der Bandenkriminalität, des Drogenrauschs, nach Erfahrungen mit Tod und Gewalt bis hin zu Selbstmordgedanken, schaffte er es, aus dem Teufelskreis herauszukommen. Heute ist er überzeugt: „Es zeugt von wahrer Größe, Probleme friedlich zu lösen. Gewalt und Kriminalität haben keine Zukunft.“

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Mit dieser Authentizität kommt der Neuköllner bei den Jugendlichen an – besser als so mancher Pädagoge. Das weiß er auch: „Ich schaffe Räume, die Pädagogen und Psychologen nachhaltig nutzen können.“ Stahl bricht mit seinem Anti-Gewalt- und Anti-Mobbing- Programm ein Tabu-Thema.

„Mobbing ist leider ein allzu häufig totgeschwiegenes Thema. Dabei ist Deutschland die schlimmste Mobbing-Nation der Erde. Jährlich gibt es zwischen 500.000 und 1.000.000 Fälle von Mobbing an deutschen Schulen. Das reicht vom Sachen wegnehmen, Auslachen, Beleidigen, bis hin zum Demütigen, Schlagen und Treten. Gerade bei Mädchen ist das Lästern verbreitet. Doch die größte Gefahr ist mittlerweile das Mobben im Internet und per Handy“, sagt Stahl.

Für ihn ist das Handy eine Waffe, mit der man gezielt und anonym Menschen verletzen kann. Deshalb hat der Anti-Mobbing-Experte die Parteien angestoßen, dem entgegenzuwirken. Früher habe man ihn belächelt für sein Vorhaben oder sogar schlechtgeredet aufgrund seiner Vergangenheit, erzählt Stahl. Mittlerweile unterstützen ihn Politiker und Prominente. In der nächsten Zeit sollen ein Buch und eine Fernsehsendung erscheinen.

„Früher hat man mir immer eingetrichtert: Du bist nichts, du hast nichts und du wirst auch nichts. Heute habe ich eine Auszeichnung vom Bundestag, eine Mappe voller Referenzen und dankbare Briefe von über 4.000 Schülern, denen ich helfen konnte – das macht mich wahnsinnig stolz und glücklich.“

Quelle: lokalo24.de

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