Ziegenhainer Fachschule besucht die gerichtsmedizinische Ambulanz in Gießen

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Am vergangenen Freitag besuchten 48 Berufspraktikanten der Fachschule für Sozialwesen aus Ziegenhain das Forensische Konsil Gießen (FoKoGi), um sich über die Arbeit der rechtsmedizinischen Ambulanz zu informieren. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot für Personen, die von Gewalt betroffen sind. Verletzungen werden dort ärztlich versorgt und dokumentiert, ohne dass ein direkter Kontakt zur Polizei aufgebaut wird. Diese Dokumentation gewaltbedingter Verletzungen kann im Fall einer späteren Anzeige vor Gericht verwendet werden.

Mit Hilfe zahlreicher Fallbeispiele zeigte Frau Ohrwärther, Assistenzärztin des Instituts für Rechtsmedizin, den Unterschied zwischen einmaligen Verletzungen infolge von Unfällen und absichtlich herbeigeführten, wiederholten Misshandlungen an Kindern auf. Die angehenden Fachkräfte aus Ziegenhain erhielten Einsicht, wie Verletzungen durch Verbrennungen, Verbrühungen, sexuelle Gewalt oder durch Einwirkung von Gegenständen sichtbar werden, aber auch Informationen darüber, welche Auswirkungen das Schütteln von Säuglingen bzw. Kindern hat und durch welche körperlichen Reaktionen und Signale dies erkannt werden kann. Unterschieden wurden sturztypische, spieltypische sowie lagerungstypische Verletzungen. Auch die Vernachlässigung von Kindern wurde thematisiert. Frau Ohrwärther zeigte ebenfalls auf, wie Erzieherinnen und Erzieher bei Verdachtsfällen von Mißbrauch reagieren und vorgehen sollten.

Das Angebot der rechtsmedizinischen Ambulanz in Gießen gibt es seit 2014. Untersucht wurden seitdem 240 Gewaltopfer, hauptsächlich betroffen waren dabei Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren - Zahlen und Fallbeispiele, die bei den angehenden Fachkräften für große Bestürzung sorgten und unter die Haut gingen.