Heimat tragen wir in uns

Organisiert worden war das Projekt von den fünf angehenden Erziehern Tom Euler, Nathalie Faber, Anika Neubauer, Alice Heiderich und Julia Schmude. Acht Wochen lang haben sich die Berufsschüler mit Menschen aus der Kindertagesstätte Steinweg, dem Kinderhaus Sonnenschein, der Hermann-Schuchard-Schule, der Tagesstätte Oikos und dem Seniorenzentrum Schwalmwiesen getroffen und mit ihnen Kunstobjekte zum Thema Heimat erarbeitet. Finanziert wurde die Idee mithilfe örtlicher Sponsoren. Die Jüngsten erforschten ihre Heimat mit der Kamera: Sie haben die schönsten Orte in ihrer Heimat auf Fotos festgehalten. Im Kinderhaus Sonnenschein standen Märchen im Mittelpunkt. Was die Erstklässler mit ihrer Heimat verbinden, das floss in ein selbst geschriebenes Märchen mit ein. Vögeln eine Heimat geben – das lag den jungen Leuten der Hermann-Schuchard-Schule am Herzen. Sie bastelten Vogelhäuschen und filzten die tierischen Bewohner.

Aus Ton entstanden Modelle

Julia Schmude und die Klienten der Tagesstätte Oikos näherten sich ihrer Heimat über den Werkstoff Ton. Das Gefühl von Heimat könne zum Beispiel auch das Modell eines Radios vermitteln.Heimat sei auch immer das, was wir in uns tragen, erklärte Nathalie Faber. Sie begleitete Senioren beim Umgang mit dem Thema.

Katharina Strömer habe nicht nur ihre alten Heimat, den Böhmerwald, gemalt: „Ich habe in der Arbeit mit ihr auch einen Wald voller Wissen, Erfahrungen und Erlebnissen gefunden“, erzähllte die angehende Erzieherin.

Bürgermeister Wilhelm Kröll erklärte, dass jeder für sich den Begriff Heimat selbst definieren müsse. Musikalische Klänge kamen ebenfalls aus der Heimat, nämlich aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Die Tensing-Gruppe trat auf.

Bei Gesprächen und Kuchen klang die Eröffnung aus. Besucht werden kann die Ausstellung am Mittwoch, 14. März, zur Jobfit-Messe.

Kultusministerin übergibt Urkunde

Am 23.02. wurden in Kassel die Urkunden für die SBS Schulen durch Kultusministerin Frau Henzler überreicht, damit ist nun auch der letzte offizielle Schritt zur SBS-Schule vollzogen worden.

Spendenübergabe an Verein ASBH Kassel

Neben gebratenen Maronen wurden aber noch weitere weihnachtliche Leckereien angeboten. Verkauft wurden eine leckere Maronensuppe, Stollenkonfekt und Konfitüren, Holunderblütenlikör und Holunderblütensirup und ein himmlischer Sternenpunsch. Alle Speisen wurden von der 2-jährigen Berufsfachschule Ernährung und Hauswirtschaft und de Auszubildenden in der Hauswirtschaft des Fördervereins der Beruflichen Schulen zubereitet und hergestellt.

Außerdem waren handgefertigte Holzartikel erhältlich, die im Projektunterricht mit EIBE-Klassen hergestellt wurden.

Von den Schülerinnen und Schülern wurde festgelegt, dass die Erlöse des Weihnachtsmarktes einem sozialen Zweck zu Gute kommen sollten.

Der Einsatz hat sich gelohnt, am Ende blieb ein Reinerlös von in Höhe von 800,-€ übrig.

Am Freitag, den 03.02.2012 war es dann endlich soweit. Die Auszubildenden im Bereich Hauswirtschaft des Fördervereines der Beruflichen Schulen überreichten die 800 € als Spende an die Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus (ASBH ) Kassel. www.asbh-nordhessen.de. Die Übergabe fand in den Räumen der Fa. Movimento statt. Hier konnten wir einen umfassenden Einblick der Herstellung von individuellen Hilfsmitteln für behinderte Kinder und Jugendliche bekommen.

Selbstgesteuertes Lernen an den Beruflichen Schulen Schwalmstadt

Zeitgemäßer Unterricht beschränkt sich nicht mehr nur auf die bloße Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Vielmehr wird die Aufmerksamkeit verstärkt darauf gerichtet, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich relevante Ziele zu setzen, Informationen mit geeigneten Strategien aufzunehmen, den individuellen Lernprozess zu planen, zu überwachen und zu regulieren sowie sich kontinuierlich selbst zu motivieren. Die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbststeuerung des Lernens wird zu einer zentralen Bildungsaufgabe, die sich im schulischen Kompetenzansatz und in den Konzepten zum lebenslangen Lernen niederschlägt. Die Veränderungen der Arbeitswelt, zunehmende Selbstverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und die Auflösung traditioneller Leitbilder von lebenslangen Beschäftigungsverhältnissen erfordern die Fähigkeit zur Selbstorganisation des einzelnen.

Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen im Unterricht Handlungsspielräume, die selbstgesteuertes Lernen ermöglichen und herausfordern.

An den Beruflichen Schulen Schwalmstadt werden in zwei ausgewählten Klassen der Fachoberschule (Wirtschaft und Verwaltung), im Bereich Hauswirtschaft/Ernährung und in der gewerblichen Abteilung verschiedene „Instrumente“ eingesetzt, um die Lernenden bei der Steuerung dieser Unterrichtsphasen zu unterstützen. Egal ob im allgemeinbildenden oder fachbezogenen Unterricht, Verschiedenheit wird hierbei als Chance gesehen: Die individuellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden diagnostiziert, gestärkt und ausgebaut. Die Lehr-/Lernforschung geht davon aus, dass man nicht einfach durch äußere Einflüsse „kompetent gemacht wird“. Kompetenzen werden im Rahmen von aneinanderknüpfenden Lernprozessen selbst erarbeitet, entwickelt und organisiert, wobei kognitive und motivationale Prozesse der Lernenden eine zentrale Rolle spielen. Ein kompetenzorientierter Unterricht, der diese Aneignung vorbereitet, unterstützt und die Verantwortung von Schülerinnen und Schülern für die eigenen Lernprozesse stärken, also die Selbststeuerungsfähigkeit gezielt verbessern will, hat die Auswahl von Lernangeboten, -methoden und Lerninhalten darauf abzustimmen. Ergänzend sind didaktische und methodische Prinzipien stärker zu berücksichtigen, die nicht nur auf das präsentierende Lehren als Belehren, sondern auf das Lernen als Prozess der Begleitung und Förderung zugeschnitten sind. Damit findet zugleich auch eine Veränderung des zugrundeliegenden Leistungsverständnisses statt.

Die Lehrkräfte unserer Schule sind zunehmend gefordert, den Einzelnen zu betrachten: Die einzelne Schülerin, den einzelnen Schüler mit ihren/seinen jeweiligen Stärken und ggf. Schwächen, um alle Lernenden möglichst individuell und passgenau zu fördern und zu begleiten. Unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe, Sozialisationserfahrungen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Lernbiographien, Lerntypen, Lerntempi und vieles mehr sind wahrzunehmen und im Kontext von Unterricht zu beachten. Angesichts dieser Realität wird die individuelle Förderung zunehmend zu einer der Kernaufgaben unserer Schule.

In einer „neuen“ Lernkultur sind zwei Kernpunkte von zentraler Bedeutung: Verstehen und Kompetenzen. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes schulisches Lernen folgt dem Ziel, zu verstehen. Das heißt: Informationen umzuwandeln in Bedeutung. Aus etwas Fremden etwas Eigenes zu machen, kapieren, nicht kopieren. Es gilt also, in der Schule Kompetenzen – Fähigkeiten und Fertigkeiten – zu erwerben, die von Lernenden entwickelt werden und sie befähigen, bestimmte Tätigkeiten in variablen Situationen auszuüben bzw. verantwortungsvoll nutzen zu können. Lernen durch Erleben ist hier die Devise und dabei geht es sicherlich nicht darum, mit einem Textmarker Textzeilen und Seiten gelb anzustreichen. Lernen zielt darauf ab, Kompetenzen zu entwickeln – fachliche wie methodische. Es geht um den Aufbau eines lebendigen und anwendungsbezogenen Fachwissens.

Der Unterricht an unserer Schule verändert sich und geht viel mehr in Richtung Handlung. Doch was muss passieren, damit aus einer Absicht Handlung wird?”

Grundvoraussetzung sind drei “Basics”: Motivation, soziale Eingebundenheit und Autonomie. Das Konzept wird aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung und der Psychologie gerecht, es spricht den jungen Menschen in seiner Ganzheit an. Ziel ist es, unsere Schülerinnen und Schüler über Wissen, Verhalten und Einstellungen zu befähigen, ihre Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Lernen soll aus der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit führen. Lernrelevante Faktoren, die Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf selbstgestaltende Kompetenz selbst beeinflussen können, sind:

  1. Orientierung geben (was kann ich schon und was muss ich am Ende der Einheit/des Halbjahres können),
  2. Auseinandersetzung/Verstehen (d. h. aus etwas Fremdem etwas Eigenes machen/Transformieren in ein nachhaltiges Wissensverständnis)
  3. Arrangements (individuelle Verbindlichkeiten)
  4. Evaluation (denn eine andere Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit Lernleistungen)
  5. Eine andere Organisation von Lernorten
  6. Interaktion (im Durchschnitt gibt ein Lehrer einem Schüler 1,8 Sekunden, um eine Antwort zu geben).

Hinter Lernen und Lernkompetenz verbirgt sich ein komplexes Geschehen, Lernen ist immer individuell und persönlich. Es entzieht sich der Fremdsteuerung. Der Mensch lernt selbst und ständig. Dennoch wird selten gelernt, was gelehrt wird. Schulisches Lernen wird mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreich und sinnstiftend, wenn es gelingt, das Zusammenspiel der lernrelevanten Faktoren bedürfnisgerecht zu gestalten.

Ziel ist der persönliche und schulische Erfolg aller Lernenden. Nicht abschluss- sondern anschlussfähig sollen sie sein, anschlussfähig für relevante Lebenssituationen.

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