Selbstgesteuertes Lernen an den Beruflichen Schulen Schwalmstadt

Zeitgemäßer Unterricht beschränkt sich nicht mehr nur auf die bloße Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Vielmehr wird die Aufmerksamkeit verstärkt darauf gerichtet, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich relevante Ziele zu setzen, Informationen mit geeigneten Strategien aufzunehmen, den individuellen Lernprozess zu planen, zu überwachen und zu regulieren sowie sich kontinuierlich selbst zu motivieren. Die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbststeuerung des Lernens wird zu einer zentralen Bildungsaufgabe, die sich im schulischen Kompetenzansatz und in den Konzepten zum lebenslangen Lernen niederschlägt. Die Veränderungen der Arbeitswelt, zunehmende Selbstverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und die Auflösung traditioneller Leitbilder von lebenslangen Beschäftigungsverhältnissen erfordern die Fähigkeit zur Selbstorganisation des einzelnen.

Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen im Unterricht Handlungsspielräume, die selbstgesteuertes Lernen ermöglichen und herausfordern.

An den Beruflichen Schulen Schwalmstadt werden in zwei ausgewählten Klassen der Fachoberschule (Wirtschaft und Verwaltung), im Bereich Hauswirtschaft/Ernährung und in der gewerblichen Abteilung verschiedene „Instrumente“ eingesetzt, um die Lernenden bei der Steuerung dieser Unterrichtsphasen zu unterstützen. Egal ob im allgemeinbildenden oder fachbezogenen Unterricht, Verschiedenheit wird hierbei als Chance gesehen: Die individuellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden diagnostiziert, gestärkt und ausgebaut. Die Lehr-/Lernforschung geht davon aus, dass man nicht einfach durch äußere Einflüsse „kompetent gemacht wird“. Kompetenzen werden im Rahmen von aneinanderknüpfenden Lernprozessen selbst erarbeitet, entwickelt und organisiert, wobei kognitive und motivationale Prozesse der Lernenden eine zentrale Rolle spielen. Ein kompetenzorientierter Unterricht, der diese Aneignung vorbereitet, unterstützt und die Verantwortung von Schülerinnen und Schülern für die eigenen Lernprozesse stärken, also die Selbststeuerungsfähigkeit gezielt verbessern will, hat die Auswahl von Lernangeboten, -methoden und Lerninhalten darauf abzustimmen. Ergänzend sind didaktische und methodische Prinzipien stärker zu berücksichtigen, die nicht nur auf das präsentierende Lehren als Belehren, sondern auf das Lernen als Prozess der Begleitung und Förderung zugeschnitten sind. Damit findet zugleich auch eine Veränderung des zugrundeliegenden Leistungsverständnisses statt.

Die Lehrkräfte unserer Schule sind zunehmend gefordert, den Einzelnen zu betrachten: Die einzelne Schülerin, den einzelnen Schüler mit ihren/seinen jeweiligen Stärken und ggf. Schwächen, um alle Lernenden möglichst individuell und passgenau zu fördern und zu begleiten. Unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe, Sozialisationserfahrungen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Lernbiographien, Lerntypen, Lerntempi und vieles mehr sind wahrzunehmen und im Kontext von Unterricht zu beachten. Angesichts dieser Realität wird die individuelle Förderung zunehmend zu einer der Kernaufgaben unserer Schule.

In einer „neuen“ Lernkultur sind zwei Kernpunkte von zentraler Bedeutung: Verstehen und Kompetenzen. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes schulisches Lernen folgt dem Ziel, zu verstehen. Das heißt: Informationen umzuwandeln in Bedeutung. Aus etwas Fremden etwas Eigenes zu machen, kapieren, nicht kopieren. Es gilt also, in der Schule Kompetenzen – Fähigkeiten und Fertigkeiten – zu erwerben, die von Lernenden entwickelt werden und sie befähigen, bestimmte Tätigkeiten in variablen Situationen auszuüben bzw. verantwortungsvoll nutzen zu können. Lernen durch Erleben ist hier die Devise und dabei geht es sicherlich nicht darum, mit einem Textmarker Textzeilen und Seiten gelb anzustreichen. Lernen zielt darauf ab, Kompetenzen zu entwickeln – fachliche wie methodische. Es geht um den Aufbau eines lebendigen und anwendungsbezogenen Fachwissens.

Der Unterricht an unserer Schule verändert sich und geht viel mehr in Richtung Handlung. Doch was muss passieren, damit aus einer Absicht Handlung wird?”

Grundvoraussetzung sind drei “Basics”: Motivation, soziale Eingebundenheit und Autonomie. Das Konzept wird aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung und der Psychologie gerecht, es spricht den jungen Menschen in seiner Ganzheit an. Ziel ist es, unsere Schülerinnen und Schüler über Wissen, Verhalten und Einstellungen zu befähigen, ihre Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Lernen soll aus der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit führen. Lernrelevante Faktoren, die Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf selbstgestaltende Kompetenz selbst beeinflussen können, sind:

  1. Orientierung geben (was kann ich schon und was muss ich am Ende der Einheit/des Halbjahres können),
  2. Auseinandersetzung/Verstehen (d. h. aus etwas Fremdem etwas Eigenes machen/Transformieren in ein nachhaltiges Wissensverständnis)
  3. Arrangements (individuelle Verbindlichkeiten)
  4. Evaluation (denn eine andere Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit Lernleistungen)
  5. Eine andere Organisation von Lernorten
  6. Interaktion (im Durchschnitt gibt ein Lehrer einem Schüler 1,8 Sekunden, um eine Antwort zu geben).

Hinter Lernen und Lernkompetenz verbirgt sich ein komplexes Geschehen, Lernen ist immer individuell und persönlich. Es entzieht sich der Fremdsteuerung. Der Mensch lernt selbst und ständig. Dennoch wird selten gelernt, was gelehrt wird. Schulisches Lernen wird mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreich und sinnstiftend, wenn es gelingt, das Zusammenspiel der lernrelevanten Faktoren bedürfnisgerecht zu gestalten.

Ziel ist der persönliche und schulische Erfolg aller Lernenden. Nicht abschluss- sondern anschlussfähig sollen sie sein, anschlussfähig für relevante Lebenssituationen.

Einladung zur Vernissage "Meine Heimat"

Zusammen mit den Einrichtungen Kindertagesstätte Steinweg, Kinderhaus Sonnenschein, Hermann-Schuchard Schule, Tagesstätte Oikos und
dem Seniorenzentrum Schwalmwiesen wird das Projekt präsentiert.

Es werden kreative Exponate ausgestellt, die man gemeinsam betrachten will.

Wir freuen uns möglichst viele interessierte Menschen begrüßen zu dürfen.

Moch's schie goot (Bis dann...)

Die Ausstellung wird auch an der Job-Fit-Messe (14.03.2012) in den Berufl. Schulen noch einmal gezeigt!

Studienfahrt ins „Wortreich“

Grundlagen der verbalen und nonverbalen Kommunikation werden in der Ausstellung an verschiedenen Stationen vermittelt. So konnten die Schüler z.B. feststellen, dass ein Computer doch tatsächlich in der Lage ist, die eigenen Emotionen zu erkennen. Romeo und Julia erweckten die Theaterbühne zu neuem Leben und was passiert, wenn das Beziehungsohr zu sehr mithört, wurde in einem Sketch von Loriot eindrucksvoll von einigen Schülerinnen und Schülern zur Schau gestellt. Auch die Ausdrucksmöglichkeiten neuer Medien luden zum Ausprobieren und Mitmachen ein. So konnte eine eigene Radiosendung gestaltet werden, um damit im „Wortreich“ live auf Sendung zu gehen und es wurden Nachrichten per SMS oder Rohrpost durch die gesamte Ausstellung gesendet.

Besonderer Beliebtheit erfreute sich auch die Station „Mindball“, in welcher die Gehirnstromwellen jedes Spielers gemessen und auf einen magnetisch gesteuerten Ball übertragen werden. Anstelle von hoher Aktivität und Aufgeregtheit zählen hier Ruhe und Entspannung. Im Duell konnte ermittelt werden, wer so richtig gut im „chillen“ ist – Der Einsatz im Unterricht, zur Messung der Gehrinaktivität, wurde dann aber doch überraschenderweise abgelehnt…

35 Selbstständige Berufliche Schulen gehen an den Start

„Die Entwicklung und Umsetzung eines hessischen Konzepts zur Selbstständigen Schule ist eines der großen schulpolitischen Ziele dieser Landesregierung“, sagte die Ministerin. Die maßgeblichen schulrechtlichen Rahmenbedingungen seien bereits mit Beginn des neuen Schuljahres vorbereitend geschaffen worden. „Alle Schulen haben deutlich mehr Freiheiten erhalten, zum Beispiel bei der Unterrichtsgestaltung im Sinne von selbstgesteuertem Lernen der Schülerinnen und Schüler sowie bei der Organisations-und Personalentwicklung. Den Selbstständigen Schulen werden darüber hinaus für ihre Qualitätsentwicklung weitere Handlungsspielräume eröffnet, wofür sie (Selbstständige Schulen und Selbstständige Berufliche Schulen) eine Lehrerzuweisung von 101,5 Prozent erhalten“, so Henzler.

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