Mehr wissen über die Wirtschaft - Berufliche Schulen starten Informationsreihe

An den Beruflichen Schulen in Schwalmstadt startet unter dem Titel „Schwälmer Wirtschaftsforum“ eine neue Informationsreihe. In unregelmäßigen Abständen will der Fachbereich Wirtschaft an der Schule aktuelle Fragen der Wirtschaftspolitik durch Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Forschung in öffentlichen Veranstaltungen Schülern, aber auch Gästen von außerhalb der Schule näherbringen.

Gast aus Frankfurt: Professor Paul G. Schmidt

paul schmidtZur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 4. Dezember, 18.30 Uhr, ist Professor Paul G. Schmidt (Frankfurt School of Finance and Management) zu Gast in den Beruflichen Schulen am Ziegenhainer Dammweg.In einem Vortrag erläutert der Referent die aktuelle Situation in Europa und mögliche Ursachen auf dem Weg in die Krise. Die Staatsschulden in Europa erreichen immer neue Höchststände. Die Nervosität der Finanzmärkte wächst und der Druck auf die hochverschuldeten Staaten Südeuropas nimmt zu, heißt es zum Inhalt des Vortrages. Zehntausende protestieren Zwischenzeitlich protestieren Zehntausende auf den Straßen Madrids und Athens gegen die Sparbemühungen ihrer Regierungen. Droht jetzt eine Art Flächenbrand? Sind die peripheren Euro-Länder noch zu retten? Und, wenn ja, wie?

Im Anschluss an den Vortrag des Finanzexperten kann diskutiert werden.

Mädchen von nebenan

Mädchen von nebenan

Frauen in der Neonazi-Szene: Journalistin Andrea Röpke stellte Dokumentation vor

Längst sind Neonazis in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Daran zweifelt seit Dienstagabend sicher keiner der Zuhörer mehr. Journalistin Andrea Röpke stellte in den Beruflichen Schulen ihre Dokumentation „Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene“ vor. Organisiert worden war der Abend von der Initiative „Schwalmstadt bleibt bunt“.
Vorbei sind die Zeiten, in denen Neonazis sich durch Springerstiefel oder Glatze identifizieren ließen: „Sie sind kaum noch erkennbar. Jeder fünfte Neonazi ist weiblich. Und dabei sind Frauen nicht weniger radikal“, erklärte Röpke. Noch immer würden Frauen weitaus weniger als Gefahr wahrgenommen. „Sie sind das nette Mädchen von nebenan.“ Frauen seien aber stets der „nationalen Gegenkultur“ gewesen. Etwa bei der 1994 verbotenen Wiking-Jugend, einer 1952 gegründeten neonazistischen Kinder- und Jugendorganisation. „Hier lag der Frauenanteil bei 40 Prozent“, erklärte Röpke. Auch im aktuellen Fall der NSU hätten Frauen dafür gesorgt, dass Beate Zschäpe 13 Jahre habe im Untergrund aktiv sein können.

Auch zur deutschen Aktionsgruppe von Manfred Röder aus Schwarzenborn hätten zwei Frauen gehört. Noch immer arbeiteten die Neonazis mit versteckten Codes, die Szene habe sich aber deutlich professionalisiert: „Das muss gesellschaftlich endlich wahrgenommen werden“, sagte Röpke. Mitglieder der NPD suggerierten das Bild der „netten Nachbarn“, indem sie sich in ehrenamtlicher Elternarbeit engagierten und versuchten, sich als hilfsbereite Vereinsschwestern zu etablieren.

Definition über Feindbilder

„Die Szene ist eine Männerdomäne, aber Frauen erkämpfen sich immer mehr Freiräume“, hat die Journalistin recherchiert. Die Rolle der Frauen sei klar definiert: „Emanzipation ist nicht naturgegeben. Frauen sind für die Erziehung zuständig.“ Die Szene definiere sich ausschließlich über Feinbilder: „Besonders die Homosexualität ist ein Frontalangriff auf ihre Rolle als deutsche Mutter“, erläutert Röpke. Zu wenig wahrgenommen würden die Brauchtumsfeste und Zeltlager: „Da entsteht eine alarmierende nationale Gegenkultur, und sowas muss dokumentiert werden.“

Über die rechte Szene im Kreis diskutierten im Anschluss Jugendpfleger Michael Schott, Politiklehrer Werner Stuhldreher und Helge von Horn von der Initiative „Gewalt geht nicht“. Um die Mitglieder der „Freien Kräfte“ sei es ruhiger geworden: „Aber man muss wachsam bleiben“, sagte Horn. Andrea Röpke bezog klar Stellung: „Ich bin für ein Verbot der NPD.“

Wegweiser für die Bildung

hessencampus wegweiser für die bildung

Ein Jahr Hessencampus: 140 Menschen im Kreis nutzten bislang das Beratungsangebot

Lebensbegleitendes Lernen – unter diesem Motto steht der so genannte Hessencampus. Seit Herbst 2011 verbirgt sich dahinter ein Angebot für Ratsuchende in der Region, die sich weiterbilden möchten.

„Der Wunsch nach beruflicher Veränderung, der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben oder auch eine geeignete Weiterbildung anzugehen, sei es aus beruflichen oder ganz persönlichem Interesse, ist ein Bedürfnis vieler Menschen“, sagt Koordinatorin Erika Koch. 140 Menschen haben bis heute das kreisweite und kostenlose Angebot genutzt. Überwiegend Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, in 2012 waren 70 Prozent der Ratsuchenden Frauen.

Im südlichen Kreis, also rund um Schwalmstadt, werde das Angebot bis jetzt seltener angenommen, sagt Koch. Deshalb stellte sie zusammen mit Karl Weinreich, Schulleiter der Beruflichen Schulen und Mitglied der Steuerungsgruppe für den Hessencampus, drei Bildungsberater für die Region vor: Roman Spohr, Martina Bender und Fritz Gatzke. Dabei stellte Erika Koch klar, dass das Angebot keine Konkurrenz zur Berufsberatung sei, „sondern eine Ergänzung“. Im Fokus der Beratung stehe eine wertfreie, „nicht interessengeleitete“ Einschätzung der aktuellen Situation der Ratsuchenden. Zwar werde jede Beratung dokumentiert: „Der Name wird dabei aber nicht statistisch erfasst“, erläutert Koch. Für jede Beratung sei eine Zeitstunde vorgesehen: „Aber es kann je nach Bedarf auch weitere Termine geben“, sagt Fritz Gatzke aus seiner Erfahrung.

Erika Koch sieht einen deutlichen Bedarf: „Bildungsberatung hilft dem einzelnen, sich in der Anbieterlandschaft zu orientieren und unterstützt sie, Entscheidungen für den eigenen Lebensweg zu treffen.“ Jede Beratung orientiere sich an individuellen Biografien, Wünschen, aber auch Sorgen und Nöten.

Das Angebot sei ergebnisorientiert, gleichzeitig aber auch immer ergebnisoffen: „Jeder Ratsuchende entscheidet selbst, welchen Weg er geht.“ Es gehe darum, Talente und Fähigkeiten zu entdecken, Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen und ein Lernen im Lebenslauf zu ermöglichen. Noch bis Ende 2013 läuft der Hessencampus, den Land und Kreis finanzieren, als Projekt. Dann wird entschieden, ob das Angebot als feste Einrichtung etabliert wird. (Quelle: HNA)

Kraftfahrzeug-Innung Ziegenhain überreichte Gas-Fahrzeug an die Berufsschule

In Zeiten hoher Benzinkosten, wird der Geldbeutel deutscher Autofahrer enorm strapaziert. Preise über 1,60 Euro pro Liter Super-Benzin sind seit Wochen an den Preistafeln der Tankstellen abzulesen und auch der Preis für einen Liter Dieselkraftstoff hat sich bei über 1,40 Euro eingependelt.

Welche Alternativen haben Autofahrer, um ihre Ausgaben für Kraftstoffe wie Super oder Diesel zu reduzieren?  Diese Frage haben sich auch die angehenden Kfz-Mechatroniker der Klasse 12 Fahrzeugtechnik, an den Beruflichen Schulen in Ziegenhain, gestellt und den Beschluss gefasst, ein Auto auf Gasbetrieb umzurüsten.

Zuvor habe man allerdings alle Alternativen zum Benzin im Klassenverbund aufgelistet und sich dann auf die Lösung durch eine Gasanlage geeinigt, so Thomas Göbert, Fachlehrer-Anwärter und gleichzeitig Leiter des Projekts.
Dafür musste allerdings zuallererst ein Fahrzeug beschafft werden. So machte sich Thomas Göbert im Internet auf die Suche nach einem passenden Auto. „Nach erfolgreicher Suche wurde der Kleinwagen in Absprache mit der Kfz-Innung Ziegenhain, die einen Großteil des Projektes finanziert hat, gekauft und dem zehnköpfigen Schülerteam zur Verfügung gestellt“, erklärte Innungsobermeister Uwe Schulz bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs an die Berufsschule.

Im Mai dieses Jahres konnte es dann endlich losgehen. „Die Gasanlage habe ich besorgt, alles andere mussten die Schüler dann selbst organisieren“, betonte Thomas Göbert, für den das Projekt gleichzeitig der Schwerpunkt seiner Examensarbeit ist. Beim sogenannten „Selbstgesteuerten Lernen“ sei Selbstständigkeit, Organisation und Gruppendynamik gefragt, so Göbert.

„Es gab insgesamt zwölf Bereiche, die für den Einbau der Anlage wichtig waren. Hier haben sich die Schüler selbst aufgeteilt und an dem Auto arbeitet", sagte Göbert. Für den Bereich habe es außerdem eine Checkliste gegeben, die der jeder Schüler abgearbeitet hätte „Wenn ein Schüler sich bei gewissen Punkten auf der Ceckliste nicht sicher war, bestand die Aufgabe darin, eigenständig nachzuforschen und sich somit Gewissheit zu verschaffen" erzählte Thomas Göbert. Bei Übergabe erklärten die Schüler noch einmal, anhand von Fotos die einzelnen Arbeitsschritte und überzeugten die Gäste mit ihrem Fachwissen auf dem Gebiet des Gas-Umbaus.

Mit dem Projektverlauf sei Göbert absolut zufrieden gewesen, da er anfangs nicht damit gerechnet habe, dass der Umbau so reibungslos verlaufen würde. „In knapp zwei Monaten haben die Schüler, jeweils vier Stunden pro Woche, an dem Umbau gearbeitet", sagte Lehrer. Dass ihre Arbeit ordentlich und auch ordnungsgemäß war, bescheinigte ihnen auch der TÜV, der für das Fahrzeug wegen des Gasumbaus ein Gutachten erstellen musste und eine neue Betriebserlaubnis erteilte.

Zum Schluss gab es für jeden Schüler Urkunde für die geleistete Arbeit .

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