Wegweiser für die Bildung

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Ein Jahr Hessencampus: 140 Menschen im Kreis nutzten bislang das Beratungsangebot

Lebensbegleitendes Lernen – unter diesem Motto steht der so genannte Hessencampus. Seit Herbst 2011 verbirgt sich dahinter ein Angebot für Ratsuchende in der Region, die sich weiterbilden möchten.

„Der Wunsch nach beruflicher Veränderung, der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben oder auch eine geeignete Weiterbildung anzugehen, sei es aus beruflichen oder ganz persönlichem Interesse, ist ein Bedürfnis vieler Menschen“, sagt Koordinatorin Erika Koch. 140 Menschen haben bis heute das kreisweite und kostenlose Angebot genutzt. Überwiegend Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, in 2012 waren 70 Prozent der Ratsuchenden Frauen.

Im südlichen Kreis, also rund um Schwalmstadt, werde das Angebot bis jetzt seltener angenommen, sagt Koch. Deshalb stellte sie zusammen mit Karl Weinreich, Schulleiter der Beruflichen Schulen und Mitglied der Steuerungsgruppe für den Hessencampus, drei Bildungsberater für die Region vor: Roman Spohr, Martina Bender und Fritz Gatzke. Dabei stellte Erika Koch klar, dass das Angebot keine Konkurrenz zur Berufsberatung sei, „sondern eine Ergänzung“. Im Fokus der Beratung stehe eine wertfreie, „nicht interessengeleitete“ Einschätzung der aktuellen Situation der Ratsuchenden. Zwar werde jede Beratung dokumentiert: „Der Name wird dabei aber nicht statistisch erfasst“, erläutert Koch. Für jede Beratung sei eine Zeitstunde vorgesehen: „Aber es kann je nach Bedarf auch weitere Termine geben“, sagt Fritz Gatzke aus seiner Erfahrung.

Erika Koch sieht einen deutlichen Bedarf: „Bildungsberatung hilft dem einzelnen, sich in der Anbieterlandschaft zu orientieren und unterstützt sie, Entscheidungen für den eigenen Lebensweg zu treffen.“ Jede Beratung orientiere sich an individuellen Biografien, Wünschen, aber auch Sorgen und Nöten.

Das Angebot sei ergebnisorientiert, gleichzeitig aber auch immer ergebnisoffen: „Jeder Ratsuchende entscheidet selbst, welchen Weg er geht.“ Es gehe darum, Talente und Fähigkeiten zu entdecken, Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen und ein Lernen im Lebenslauf zu ermöglichen. Noch bis Ende 2013 läuft der Hessencampus, den Land und Kreis finanzieren, als Projekt. Dann wird entschieden, ob das Angebot als feste Einrichtung etabliert wird. (Quelle: HNA)

Kraftfahrzeug-Innung Ziegenhain überreichte Gas-Fahrzeug an die Berufsschule

In Zeiten hoher Benzinkosten, wird der Geldbeutel deutscher Autofahrer enorm strapaziert. Preise über 1,60 Euro pro Liter Super-Benzin sind seit Wochen an den Preistafeln der Tankstellen abzulesen und auch der Preis für einen Liter Dieselkraftstoff hat sich bei über 1,40 Euro eingependelt.

Welche Alternativen haben Autofahrer, um ihre Ausgaben für Kraftstoffe wie Super oder Diesel zu reduzieren?  Diese Frage haben sich auch die angehenden Kfz-Mechatroniker der Klasse 12 Fahrzeugtechnik, an den Beruflichen Schulen in Ziegenhain, gestellt und den Beschluss gefasst, ein Auto auf Gasbetrieb umzurüsten.

Zuvor habe man allerdings alle Alternativen zum Benzin im Klassenverbund aufgelistet und sich dann auf die Lösung durch eine Gasanlage geeinigt, so Thomas Göbert, Fachlehrer-Anwärter und gleichzeitig Leiter des Projekts.
Dafür musste allerdings zuallererst ein Fahrzeug beschafft werden. So machte sich Thomas Göbert im Internet auf die Suche nach einem passenden Auto. „Nach erfolgreicher Suche wurde der Kleinwagen in Absprache mit der Kfz-Innung Ziegenhain, die einen Großteil des Projektes finanziert hat, gekauft und dem zehnköpfigen Schülerteam zur Verfügung gestellt“, erklärte Innungsobermeister Uwe Schulz bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs an die Berufsschule.

Im Mai dieses Jahres konnte es dann endlich losgehen. „Die Gasanlage habe ich besorgt, alles andere mussten die Schüler dann selbst organisieren“, betonte Thomas Göbert, für den das Projekt gleichzeitig der Schwerpunkt seiner Examensarbeit ist. Beim sogenannten „Selbstgesteuerten Lernen“ sei Selbstständigkeit, Organisation und Gruppendynamik gefragt, so Göbert.

„Es gab insgesamt zwölf Bereiche, die für den Einbau der Anlage wichtig waren. Hier haben sich die Schüler selbst aufgeteilt und an dem Auto arbeitet", sagte Göbert. Für den Bereich habe es außerdem eine Checkliste gegeben, die der jeder Schüler abgearbeitet hätte „Wenn ein Schüler sich bei gewissen Punkten auf der Ceckliste nicht sicher war, bestand die Aufgabe darin, eigenständig nachzuforschen und sich somit Gewissheit zu verschaffen" erzählte Thomas Göbert. Bei Übergabe erklärten die Schüler noch einmal, anhand von Fotos die einzelnen Arbeitsschritte und überzeugten die Gäste mit ihrem Fachwissen auf dem Gebiet des Gas-Umbaus.

Mit dem Projektverlauf sei Göbert absolut zufrieden gewesen, da er anfangs nicht damit gerechnet habe, dass der Umbau so reibungslos verlaufen würde. „In knapp zwei Monaten haben die Schüler, jeweils vier Stunden pro Woche, an dem Umbau gearbeitet", sagte Lehrer. Dass ihre Arbeit ordentlich und auch ordnungsgemäß war, bescheinigte ihnen auch der TÜV, der für das Fahrzeug wegen des Gasumbaus ein Gutachten erstellen musste und eine neue Betriebserlaubnis erteilte.

Zum Schluss gab es für jeden Schüler Urkunde für die geleistete Arbeit .

Hinschauen: Rechte Gewalt im Kreis - Wanderausstellung an den Beruflichen Schulen

WanderausstellungSeit dem Überfall Rechtsextremer auf ein Zeltlager der Linksjugend am Neuenhainer See im Juli 2008 versucht die Initiative „Schwalmstadt bleibt bunt!“ zum Hinsehen zu bewegen. Aktuell informiert sie mit der Ausstellung „Vorsicht Rechtsextremismus“ an den Beruflichen Schulen Schwalmstadt über Rechtsextremismus im Kreis. „Es gibt ein latentes Problem mit Rechtsextremismus. Auch an unserer Schule haben wir mit rechten Schmierereien und Aufklebern zu tun“, sagte Schulleiter Karl Weinreichzur Eröffnung der Ausstellung. Zwei Wochen lang können die Schüler auf Infotafeln erfahren welche Bands zur rechtenSzene gehören, welche Kleidung Neonazis tragen und wie viele Fälle von rechter Gewalt im Schwalm-Eder-Kreis registriert werden.

Die Politiklehrer werden von der Initiative geschult, um fachgerecht mit ihren Klassen eine Doppelstunde lang über die Ausstellung diskutieren zu können. Am Ende soll jeder Schüler Ideen entwickeln, wie das demokratische System verbessert werden kann. „Rechtsextreme spielen mit bestimmten Themen, um Anschluss an die Mitte der Gesellschaft zu finden“, sagte Stephan Bürger, Projektleiter „Gewalt geht nicht!“. Junge Menschen müssten lernen zu erkennen, wenn es um rechtes Gedankengut gehe. Christina Aschenbrenner, Schülerin an der Fachoberschule, findet die Ausstellung wichtig: „Da wird einem das Problem erst richtig bewusst.Ich bin leicht geschockt was es hier alles schon gab.“ Auch ihre Freundin Margarita Günther meint: „Die Ausstellung ist eine gute Idee.“ (HNA 02.10.12)

Infotag: Im sozialen Berufsfeld arbeiten

Die Hephata-Akademie und die Beruflichen Schulen Schwalmstadt laden für Freitag, 29. September, 14 Uhr, zum Infonachmittag rund ums Thema Soziale Berufe ein.

Bis 16 Uhr werden im Seminargebäude 3 der Akademie die neuen Ausbildungskurse zum Erzieher vorgestellt. 2013 verdoppelt Hephata die Zahl der Ausbildungsplätze. „Der Mangel an Betreuungsplätzen im Erziehungshilfebereich, in allen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, stationär und ambulant, ist da“, sagt Heinrich Gläßer, stellvertretender Leiter der Hephata-Akademie für soziale Berufe 25 Ausbildungsplätze werden berufsbegleitend angeboten. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, wobei das letzte halbe Jahr als verkürztes Berufspraktikum gilt. In der Vollzeit-Ausbildung stehen 75 Plätze zur Verfügung. Die Ausbildung geht über drei Jahre. Voraussetzungen für beide Ausbildungen sind die Mittlere Reife, eine abgeschlossene Berufsausbildung, sowie Erfahrungen im sozialen Bereich. Bewerbungen sind ab sofort möglich. (ahk)

Informationen:

Heinrich Gläßer,
Tel. 0 66 91/18 11 90

Berufliche Schulen Schwalmstadt
Tel.: 0 66 91/60 51.

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