Sozialassistenten werden fit für den Notfall

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Die angehende Sozalassistentin Julia sitzt regungslos auf dem Boden des Klassenraums und bekommt von einer Mitschülerin einen großen Kopfverband angelegt. Wie gut, dass dies kein Ernstfall ist, sondern lediglich ein Programmpunkt des „Erste Hilfe“ - Kurses, der in der vergangenen Woche am BerufsschulCampus Schwalmstadt stattfand. Auch wenn beim Anlegen des Kopfverbandes viel gelacht und geschmunzelt wurde, so waren sich doch die TeilnehmerInnen des Kurses im Klaren, dass es im Ernstfall durchaus darum gehen kann, Leben zu retten.

„Was ist zu tun, wenn ich jemanden bewusstlos auffinde oder jemand aufgrund einer tiefen Verletzung stark blutet? Wie muss ich reagieren können, wenn ein Kind etwas Giftiges verschluckt hat oder der Bewohner einer Einrichtung einen Krampfanfall erleidet? Was tue ich, wenn sich jemand so stark verschluckt hat, dass er zu ersticken droht? Wie handele ich richtig, wenn ich zu einem Unfall hinzukomme und das Herz des Verletzten nicht mehr schlägt?“ Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz einen Tag lang aktiv auseinander und lernten dabei u.a. Herzmassage und Beatmung, (Druck-)Verbände oder Pflaster anzulegen, den Umgang mit Knochen- und Gelenkbrüchen, die stabile Seitenlage, aber auch, wie man einen korrekten Notruf absetzt und eine Unfallstelle sichert.

Angehende Sozialassistenten entscheiden sich am Ende des ersten Ausbildungsjahres für einen der Schwerpunkte „Sozialpädagogik“ oder „Sozialpflege“. Während sie im ersten Jahr vollschulisch ausgebildet werden, absolvieren sie im zweiten Ausbildungsjahr an drei Tagen in der Woche ein Praktikum in einer selbst gewählten sozialen Einrichtung und arbeiten mit Kindern, Senioren, kranken Menschen oder Personen mit Handicap. Dort wenden sie die im ersten Ausbildungsjahr gelernten Grundlagen aus den Fächern „Erziehung“ und „Pflege“ an, vertiefen und erweitern diese Kenntnisse und Fertigkeiten. Damit sie in Notfallsituationen adäquat handeln können, wurde auch in diesem Jahr wieder ein praxisnaher „Erste Hilfe“ - Kurs in Kooperation mit dem DRK durchgeführt.

Wer Interesse an der Ausbildung zur Sozialassistenz hat, sollte sich bis zum 15. April 2017 am BerufsschulCampus Schwalmstadt bewerben. Auch danach sind Bewerbungen möglich, wenn noch freie Plätze zur Verfügung stehen. Nähere Informationen können unter 06691- 6051 (Frau Gläser/ Herr Schlemmer) erfragt oder auch auf der Homepage (Bildungsangebote - Sozialpädagogik) abgerufen werden.

Fotos unserer job-fit-Messe vom 21.03.2017

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Vom Pferdewirt zum Erzieher - aus der Zahnarztpraxis in die Kita

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- Quereinstieg in die ErzieherInnenausbildung -

Spielentwickler, Erfinder, Kommunikationsexperte, Künstler oder auch Zuhörer - in diesen und noch weiteren Rollen sieht sich Steffen Weitzel, wenn er an den Erzieherberuf denkt. Im vergangenen Sommer betrat der 35-jährige ausgebildete Pferdewirt beruflich noch einmal „Neuland“ und begann die Ausbildung zum Erzieher an der Fachschule für Sozialwesen am BerufsschulCampus Schwalmstadt in Ziegenhain.

Die 24-jährige Franziska Gerst ist bereits auf der Zielgeraden zur Abschlussprüfung, also am Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Auch sie kam als sog. „Quereinsteigerin“ an die  Ziegenhainer Fachschule für Sozialwesen mit dem Wunsch, sich als Erzieherin ausbilden zu lassen. Nach ihrem Realschulabschluss absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten bei der Bundeswehr in Schwarzenborn. Schon während dieser Zeit wurde ihr deutlich: „Ein toller Beruf, aber nicht das, was mich bis zur Rente trägt.“ Nach Beendigung ihrer Ausbildung betreute sie während eines längeren Auslandsaufenthaltes in der Schweiz die Drillinge von Verwandten - eine Tätigkeit, die ihr Freude bereitete und ihr viel Zufriedenheit gab. Es wuchs der Wunsch, auch langfristig mit Kindern zu arbeiten und deren Entwicklung professionell zu begleiten. Um weitere Erfahrungen zu sammeln, absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule in Neukirchen. „Das Gute war, dass ich mir nach dem FSJ wirklich sicher war, Erzieherin werden zu wollen. Es war als hätte sich ein Schalter umgelegt. Ich sah plötzlich ganz klar, dass dies mein Weg sein würde“, so Franziska Gerst. Diese praktischen Erfahrungen in einem pädagogischen Tätigkeitsbereich sind neben einem mittleren Bildungsabschluss zugleich Zugangsvoraussetzung für Quereinsteiger in den Erzieherberuf. So stand ihrer Aufnahme an der Ziegenhainer Fachschule für Sozialwesen im Sommer 2015 nichts mehr im Weg.

Steffen Weitzel wagt nach seiner Ausbildung zum Pferdewirt recht bald den Weg in die Selbstständigkeit und betreibt einige Jahre lang eine eigene Reitschule. Er erteilt Kindern,  Jugendlichen sowie Erwachsenen Reitunterricht und begleitet regelmäßig pädagogisch-therapeutische Angebote einer Erzieherin. Nach für nach wächst auch bei ihm der Wunsch sich als Erzieher ausbilden zu lassen, um später in der Jugend- oder Behindertenhilfe pädagogische Angebote anleiten zu können. „Es war schon ein großer Schritt für mich, das alles hinter mir zu lassen und mit 35 Jahren nochmal die Schulbank zu drücken“, so Steffen Weitzel. Seine Aussichten, nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung eine Anstellung in der Jugend- oder Behindertenhilfe zu finden, sind gut - insbesondere Männer werden im pädagogischen Bereich gesucht. „Auch, wenn ich noch keine grundständige pädagogische Ausbildung vorweisen kann wie die Sozialassistentinnen in meiner Klasse, so habe ich doch das gute Gefühl, dass meine bisherigen Erfahrungen und meine Talente hier zählen“, resümiert der Studierende der Ziegenhainer Fachschule. Auch Franziska Gerst ist sich sicher: „Es ist absolut kein Nachteil als Quereinsteiger in die Erzieherausbildung zu starten. Ich konnte schon während des FSJ viele wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Menschen sammeln. Hier an der Schule habe ich ebenfalls viel gelernt - auch über mich selbst. Es war eine intensive Zeit, die dann doch viel schneller verging als ich anfangs dachte.“ Im Spätsommer startet sie bereits ins Anerkennungsjahr. Auch für sie stehen die Chancen, anschließend einen Job in einer Kindertagesstätte zu finden, gut. Seitdem Kinder einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung haben, ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften bei den Kommunen und anderen Trägern deutlich gestiegen.

„Frauen und Männer, die mit dem Gedanken spielen, noch einmal neu durchzustarten, um Erzieherin oder Erzieher zu werden, können gerne Kontakt mit uns aufnehmen“, so Simone Gläser, stellvertretende Schulleiterin des BerufsschulCampus Schwalmstadt, „denn wir begrüßen die Erfahrungsvielfalt in unseren Fachschulklassen“. Die Fachschule für Sozialwesen am BerufsschulCampus Schwalmstadt bietet noch einige freie Plätze für das kommende Ausbildungsjahr - auch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit können an der zertifizierten Fachschule eingelöst werden. Weitere Informationen zur Ausbildung und Bewerbung können auf der Homepage (www.berufsschule-schwalmstadt.de) abgerufen - oder in einem persönlichen Gespräch erfragt werden (06691/ 6051 - Simone Gläser).

Drei Tage voller Kreativität

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Afrikanisches Getrommel, rhythmische Klänge, Tanz, Gestaltungstechniken, Schablonen und Malerei. Es war einiges los am BerufsschulCampus in der Hessenallee. Vom 20.-22.02.2017 fanden in den berufsvorbereitenden Klassen PuSch und BzB zwei Kreativprojekte statt: Ein Trommelworkshop, ein Maler- und Gestaltungsworkshop.

In dem Trommelworkshop, angeleitet von dem Trommelbauer Herbert Wölfel, lernten die Schülerinnen und Schüler, wie in Guinea/Afrika Tschembe-Trommeln hergestellt und bespielt werden. Er demonstrierte die afrikanische Lebensart und deren Leichtigkeit im Umgang mit Musik und Tanz. Durch die von Herrn Wölfel selbst hergestellten Videos und seine mitreißende Art, sprang der Funke auf die Schülerinnen und Schüler schnell über. Diese demonstrierten die erlernten Rhythmen auf der Trommel und tänzerische Elemente in einer kleinen Show in der Pausenhalle in der Hessenallee.

Bei dem Maler- und Gestaltungsworkshop wurden unter der Leitung eines fachkundigen Malermeisters zunächst vorgeschnittene Holzplatten grundiert und vorbereitet, um dann mit unterschiedlichen kreativen Gestaltungstechniken weiter bearbeitet zu werden. Die Workshopteilnehmer lernten die Wickeltechnik, die Spachteltechnik und die Stupftechnik kennen und gestalteten ihre Bilder mit selbst hergestellten Schablonen. Mit Hilfe der erlernten Techniken können die Schülerinnen und Schüler nun auch ihre Zimmerwände neugestalten.

Die drei Kreativtage kamen bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Sie lernten neue Fähigkeiten bei sich zu entwickeln und hatten viel Spaß dabei.

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