Fachschule für Sozialwesen besucht Dialogmuseum in Frankfurt

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Wie fühlt es sich an, nichts sehen zu können? Welche Herausforderungen ergeben sich für blinde Menschen im Alltag? Kann man als Sehender überhaupt erfassen, wie es ist, blind zu sein?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Studierenden beider Unterstufenklassen der Fachschule für Sozialwesen in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien und besuchten in diesem Zusammenhang das Dialogmuseum in Frankfurt. In dem Museum, in dem es „nichts zu sehen gibt“, wurde recht schnell deutlich, wie herausfordernd es ist, sich auf absolute Dunkelheit einzulassen und damit nichts mehr sehen zu können. Mit Blindenstöcken ausgestattet tasteten sich die Studierenden langsam und vorsichtig von Raum zu Raum, in denen es viel zu entdecken gab. „Ist der Sehsinn ausgeschaltet, schärfen sich die anderen Sinne. Ich hatte das Gefühl, plötzlich intensiver hören, fühlen und riechen zu können. Man versucht, irgendwie die Orientierung zu behalten“, so Carsten, Studierender an der Fachschule. Eine Stunde dauerte der Rundgang im Dunkeln, der anstrengender als gedacht war, da man die sonst alltäglichen Eindrücke (Straßen und wackelnde Brücken überqueren, Schafe streicheln, Briefkasten suchen - um nur einige zu nennen) auf ungewohnte Weise aufnehmen und verarbeiten musste. Die Studierenden waren sich einig „Der gefühlte Kontrollverlust war durchaus beängstigend und das verunsichert!“. Bei der Reflexion wurde dann auch deutlich, warum sich das Museum „Dialogmuseum“ nennt. Anna brachte es so auf den Punkt: „Im Dialog mit meinen Mitschülern zu stehen hat mir geholfen, mich orientieren - und die Situationen besser einschätzen zu können, das hat mir Sicherheit gegeben.“ Besonders interessant fanden die Studierenden die Aussagen und Informationen der erblindeten Mitarbeiter des Museums, die ihnen „Einblicke“ in ihre Alltagsbewältigung gewährten und  zahlreiche Fragen beantworteten.