Vielfalt erleben und Gemeinschaft stärken durch Projektarbeit

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Angehende Erzieherinnen und Erzieher bieten Projektgruppen an

Etwa 200 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende drängen sich in der Bewegungshalle der Fachschule für Sozialwesen des BerufschulCampus Schwalmstadt. Es stehen die Abschluss-Präsentationen der dreitägigen Workshops an, mit denen traditionell der Beginn eines neuen Schuljahres eingeläutet wird. Seit nunmehr 12 Jahren begrüßen die beiden Oberstufen-Klassen der Fachschule für Sozialwesen in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien die neuen Schülerinnen und Schüler am Schulstandort Hessenallee. Damit sich die „Neuen“ willkommen fühlen und schnell in die Schulgemeinschaft integrieren können, planen und organisieren die Studierenden der Fachschule im Rahmen ihres Projektunterrichts verschiedene Angebote, in die sich die Neuankömmlinge nach einer Informationsveranstaltung vorab einwählen.

In den Kleingruppen bricht das Eis zwischen den Teilnehmern erfahrungsgemäß schnell, sodass sich schon nach kurzer Zeit ein gutes Gruppengefühl sowie eine angenehme Arbeits-und Lernatmosphäre einstellt. In diesem Jahr konnten sich die neu eingeschulten Schülerinnen und Schüler der berufsvorbereitenden Bildungsgänge, der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz sowie die Neueinsteiger an der Fachschule für Sozialwesen auf die mit großem Engagement geplanten und vielfältigen Angebote freuen. Auch die InteA-Klassen, in denen jugendliche Flüchtlinge auf ihren Hauptschulabschluss vorbereitet werden, nahmen an den Projekten teil. Daraus ergab sich eine große Bandbreite in den einzelnen Gruppen, z.B. hinsichtlich der angestrebten oder bereits abgeschlossenen Bildungsgänge. So arbeiteten junge Menschen, die einen Hauptschulabschluss anstreben, gemeinsam mit Fachschülern, die ihr Abitur -oder bereits mehrere Semester studiert haben und entwickelten gemeinsam Ideen zur Umsetzung ihrer Vorhaben. Vielfalt ergab sich ebenfalls durch die große Altersmischung, verschiedene Nationalitäten und Sprachen -eine enorme Herausforderung für die Organisationsteams.

Die Planungen und Vorbereitungen der dreitägigen Angebote beginnen bereits zwei Wochen vor den Sommerferien. Zwischen der ersten Projekt-Idee der Studierenden des zweiten Ausbildungsjahres und den abschließenden Präsentationen am Tag nach Veranstaltungsende liegen somit knapp vier Wochen. „Die Zeit vergeht wie im Flug“, so die Studierende Andrea Ruppel, „denn unsere Angebote wollen gut durchdacht und organisiert sein. Wir planen immer auch ein bisschen ins Ungewisse, denn wir lernen die Teilnehmer erst zu Veranstaltungsbeginn kennen. Aber das macht es ja auch spannend.“

In diesem Jahr konnte zwischen 13 verschiedenen Workshops gewählt werden; in den Angeboten spiegelt sich die Vielfalt der Talente und Interessen der angehenden Erzieherinnen und Erzieher wider. Erlebnispädagogische Angebote, Improvisationstheater, aber auch Spiel, Sport sowie Kreatives standen auf dem Programm. Bei der Abschluss-Veranstaltung in der Bewegungshalle zeigten sich sowohl die Organisationsteams als auch die Teilnehmer der Angebote, aber auch die Projekt-Lehrer Alexander Riehm, Dörthe Vetter und Sungard Rothschädl sehr zufrieden. „Es hat wirklich viel Spaß gemacht und noch dazu konnte ich viele neue Leute kennen lernen, u.a. auch einige meiner neue Klassenkameraden. Dies hat mir den Einstieg hier an der Schule erleichtert“, freut sich Laura, die im Sommer ihre Ausbildung zur Sozialassistentin am BerufsschulCampus Schwalmstadt begonnen hat.

Für die Studierenden der Fachschule für Sozialwesen im zweiten Ausbildungsjahr ist dieses Projekt jedoch noch längst nicht abgeschlossen, auch wenn die Durchführung der verschiedenen Angebote schon eine Weile zurück liegt. Eine wesentliche Aufgabe der angehenden Fachkräfte besteht nun darin, eine umfassende Dokumentation sowie Reflexion zu schreiben. Auch dies gehört dazu, will man Erzieherin oder Erzieher werden. Zudem stehen weitere Projekte im Rahmen der Ausbildung an. Diese werden im kommenden Jahr in verschiedenen Einrichtungen der sozialpädagogischen Praxis stattfinden.